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Mobilität: Wahl des Verkehrsmittels
Das Auto ist ein rollendes Sparpotenzial
Die hohen Benzinpreise machen es deutlich: Autofahren ist ein Luxus, der seinen Preis in zwei Währungen hat: In Geld und in Umweltbelastung.
Das Thema „Mobilität“ haben wir zweigeteilt: Zuerst betrachten wir die Potenziale, die sich je nach Ziel durch geschickte Wahl des Verkehrsmittels und Streckenauswahl ergeben. Im zweiten Beitrag prüfen wir, wie man durch ein geändertes Mobilitätsverhalten und technische Maßnahmen Geld sparen kann.
Jammern auf hohem Niveau
Deutsche PKW legen nach Zahlen des statistischen Bundesamtes durchschnittlich 13.400 Kilometer pro Jahr zurück (Stand 2003). Das ist etwas weniger als im Jahr 1993.
Eine Erhebung aus dem Jahr 2001 stellt fest: Die Europäer legen im Schnitt täglich drei bis vier Fahrten mit insgesamt etwa 30 bis 40 Kilometern zurück. Dafür verbringen sie etwa ein Stunde täglich im Auto.
Fahrten zu Freizeitaktivitäten stellen mit etwas über 40% den größten Anteil an der PKW-Nutzung. Gefolgt von Fahrten zur Arbeit und – in Deutschland – auf dem dritten Platz Fahrten zu Geschäftszwecken. Zählt man Fahrten zu Bildungs- und Ausbildungsveranstaltungen, zum Einkaufen und „Sonstige“ Fahrten zur Hälfte zur Freizeit, beträgt die „Hobbynutzung“ durchschnittlich mehr als 50% der PKW-Nutzung, sowohl im Bezug auf die Anzahl der Fahrten als auch auf die der gefahrenen Kilometer.
Die Sparpotenziale sind sicher von Fall zu Fall verschieden. Je nach Wohnort und Arbeitsplatz ist pendeln mit dem Auto kaum vermeidbar und der Vertreter, der eine große ländliche Region betreut, wird auch das nicht mit dem öffentlichen Personennahverkehr schaffen können und wollen.
Betrachten wir einen Musterfall:
Wir unterstellen einmal, unsere Musterfamilie hat zwei Autos. Das ist realistisch, wenn man sieht, dass etwas über 57 Millionen PKW in Deutschland zugelassen und damit auch unterwegs sind.
Unsere Durchschnittsfamilie legt der Statistik zufolge also 26.800 Kilometer zurück. Dabei gehen wir davon aus, dass davon die Hälfte „beruflich“ bedingt und dieser Teil nicht vermeidbar ist. Jobtickets werden genutzt, Dienstreisen – wenn möglich- mit dem Zug absolviert, Gespräche und Meetings nach Möglichkeit telefonisch und per Konferenzschaltung ohne Reisetätigkeit organisiert.
Dann bleiben 13.400 Kilometer, die im Freizeitsektor zurückgelegt werden. Wir unterstellen, dass davon mindestens 20 % ohne nennenswerte Komfort-Einbußen eingespart werden können.
Woher kommen die 20 %?
Bleibe im Lande und nähre dich redlich. Man braucht nur etwas seltener und etwas kürzer im sonntäglichen Ausflugsstau zu stehen. Die folgenden Tipps helfen außerdem:
- Sehr Kurze Strecken bis 1 km zu Fuß gehen (ab und zu einen Spaziergang machen oder mit den Rollerskates zum Bäcker fahren)
- Für Strecken bis 10 km das Fahrrad den „City“-Roller oder auch wieder Inlineskates nutzen. Sie fahren nicht gerne Fahrrad? Mancher "Radmuffel" braucht
Anregung. - An Wochenenden können Familien teilweise sehr günstig mit der Bahn fahren und vielen Kindern macht das mehr Spaß als Autotouren.
- Verbinden von mehreren Anlässen: Wo wir schon einmal bei Tante Hettys 70ten Geburtstag in Leverkusen sind, können wir uns bei dieser Gelegenheit den Altenberger Dom anschauen. Das wollten wir schon immer einmal machen.
- Urlaubsziele auch nach Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmittel wählen.
- Prüfen ob am Urlaubsort ein Auto benötigt wird, oder auch ein Leihwagen für einzelne Ausflugsziele ausreicht.
- Für Disco Kino Theater etc. wenn möglich Fahrgemeinschaften bilden, sofern man sich über den Film einigen kann.
Wirtschaftlichkeit
So sieht es finanziell aus: Nach regelmäßigen Erhebungen des ADAC kostet ein Klein- bis Mittelklassewagen mit Wertverlust, Steuer, Versicherung, Wartung und Reparatur inklusive Sprit 30 bis 50 Euro-Cent/Kilometer. Wir nehmen den Mittelwert von 40 Euro-Cent.
Wie bereits oben erwähnt können 20% ohne Komfortverlust eingespart werden. Von 13.400 Kilometern sind das 2.680 Kilometer. Bei Kosten von 40 Euro-Cent/Kilometer ergibt das eine Einsparung von jährlich 1.072 Euro oder monatlich 89,33 €. Nur bezogen auf den Spritverbrauch ergeben sich beim Benziner Einsparungen von rund 280 Euro pro Jahr.
CO2-Bilanz
Im Durchschnitt emittieren neu zugelassene Autos in Deutschland noch etwa 175 g CO2 pro gefahrenem Kilometer.
Unsere Familie spart also etwa 470 Kg CO2 pro Jahr. Glückwunsch!
Fortsetzung im nächsten Newsletter:
Im zweiten Teil
zum Thema Mobilität beschäftigen wir uns mit den unausweichlichen Fahrten. Haben wir hier die Frage nach dem „ob“ gestellt, fragen wir im nächsten Beitrag nach dem „wie“. Wie können wir bei den Fahrten, die wir mit dem Auto zurücklegen müssen, Geld und CO2 sparen.
Der Autor
Weblinks
Bayerisches Staatsministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie



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