Make Love not War

- Naturfreunde aufgemerkt
Was „sündige“ Investments in Glücksspiel, Waffen, Alkohol, Tabak und Sex mit nachhaltigen Anlagen verbindet, hatten wir
bereits einmal beleuchtet.
Auf die Unterschiede haben wir auch hingewiesen. Jetzt scheint es eine Symbiose zu geben: Nicht Vögel in den Regenwald, sondern vögeln für den Regenwald.
Nachdem die beiden Umweltaktivisten Tommy Hol Ellingsen und Leona Johansson wegen öffentlichen Vollzugs des Geschlechtsverkehrs Schwierigkeiten mit der norwegischen Justiz bekamen, wird das Projekt
„Fuck for Forest“ nun von Berlin aus in die Welt getragen. Für 15 US $ Gebühr kann der umweltbewußte Naturliebhaber selbstgedrehte Pornos sehen und neben Samen gleich Dollars für ein Regenwald-Projekt in Costa Rica spenden. Alles eine Frage der Motivation, bzw. des Triebes.
Nach Aussage der Betreiber funktioniere das System. Bereits über 100.000 US $ habe der Sextrieb bereits zum Schutz der Baumtriebe eingebracht. Glückwunsch! Und Spaß soll's auch gemacht haben. Ein wenig déja vu drängt sich auf: „Saufen für den Regenwald“, ganz natürlich nach dem Reinheitsgebot hat uns schon einmal einen Sommer begleitet.
Welcher Trieb wird als nächstes vor den Werbekarren gespannt? Annales, Orales, der Thanatos gar?
Sex Sells
Man muss halt seine Kunden da abholen, wo sie gerade sind. Vor allem, wenn es für einen guten Zweck ist. Bleibt abschließend zu hoffen, dass die Filme schöner anzuschauen sind als die Website; es wäre schade um den Wald.
Tilmann Kinkel

